Fürstliche Historie
9. - 11. Jh. Unruochinger / Grafen von Urach
Die Grafen und nachmaligen Fürsten von Fürstenberg gehören zum ältesten europäischen Hochadel. Sie lassen sich mit einiger Wahrscheinlichkeit auf die Unruochinger, eine fränkische Grafenfamilie in Innerschwaben zur Zeit Karls des Großen (um 800), zurückführen. Eindeutig nachweisbar werden sie im 11. Jahrhundert als Grafen von Urach mit Besitzungen auf der schwäbischen Alb und in der Gegend des mittleren Neckar.
1218 Die Zähringer Erbschaft
Über Agnes von Zähringen, Gemahlin des Grafen Egino IV. von Urach, gelangen die Güter der Herzöge von Zähringen in Südwestdeutschland an das Uracher Grafenhaus.
Abb.: Das neue Wappen der Grafen mit dem Adler der Herzöge von Zähringen und dem Pelz(Feh-)werk der Grafen von Urach.
1248 Die Burg Fürstenberg
Teilung zwischen den Brüdern Konrad (Besitzungen im Breisgau) und Heinrich (Baar und Schwarzwald). Heinrich nennt sich fortan nach der Burg Fürstenberg auf dem „fürdersten Berg“ des Höhenzuges Länge bei Neudingen.
1283 Belehnung mit der Landgrafschaft Baar
Rudolf von Habsburg, deutscher König 1273-1291, belehnt Graf Heinrich I. von Fürstenberg mit der Landgrafschaft in der Baar. Sie wird zur Keimzelle des fürstenbergischen Staates.
15./18. Jh. Ausbau des fürstenbergischen Territoriums
Dank einer klugen Heiratspolitik, mehrerer günstiger Erbgänge und der engen Anlehnung an das Haus Habsburg können die Fürstenberger ihre Territorien ausbauen.
1488 Kauf von Donaueschingen
Die Witwe Barbara von Habsberg und ihre Söhne Ulrich und Diepolt von Habsberg verkaufen an die Grafen Heinrich und Wolfgang von Fürstenberg das Schloss und das Dorf Donaueschingen.
Abb.: Der Fürstenberger Lehensbecher (1480-1490), Silber, vergoldet, 38 cm hoch, Donaueschingen, F.F. Sammlungen.
1534 Graf Friedrich II. von Fürstenberg
Durch seine Vermählung mit der Gräfin Anna von Werdenberg erbt Graf Friedrich II. von Fürstenberg im Jahr 1534 die Grafschaft Heiligenberg nördlich des Bodensees sowie die Herrschaften Jungnau und Trochtelfingen. Graf Friedrich II. ist der Begründer der Heiligenberger Linie der Fürstenberger.
1575 Rittersaal im Schloss Heiligenberg
Die ehemalige Burg der Werdenberger auf dem Heiligenberg wird zum Schloss im Stile der Renaissance umgebaut. Bauherren sind die Grafen Friedrich und Joachim von Fürstenberg (1538-1598). 1575 übernimmt der Baumeister Jörg Schwartzenberger die Bauleitung und gestaltet den berühmten „Rittersaal“.
1607 Schloss und Stadt Weitra
Gräfin Maria von Arco bringt die Herrschaft Weitra in Niederösterreich in die Ehe mit Graf Friedrich von Fürstenberg ein. Seither ist Weitra im Besitz des Hauses Fürstenberg.
1664 Erhebung in den Reichsfürstenstand
Den Brüdern Franz Egon, Hermann Egon und Wilhelm Egon von Fürstenberg-Heiligenberg wird die erbliche Reichsfürstenwürde verliehen. Franz Egon ist Bischof von Straßburg und wie sein Bruder Wilhelm Egon ein ehrgeiziger Staatsmann. Beide stellen sich auf die Seite Frankreichs und gehen ein enges Bündnis mit Ludwig XIV. ein.
Abb.: Schwert von Franz Egon, Fürst von Fürstenberg und Bischof von Straßburg. Donaueschingen, F.F. Sammlungen.
1716-1744 Fürst Joseph Wilhelm Ernst
Fürst Joseph Wilhelm Ernst (1699-1762) aus der Stühlinger Linie vereint nach dem Aussterben der Linien in Meßkirch (1716) und Heiligenberg (1744) erstmals wieder alle Güter des Hauses Fürstenberg in einer Hand. Er ist der eigentliche Schöpfer des Fürstenbergischen Staatswesens.
1723 Donaueschingen, die neue Residenz der Fürstenberger
Fürst Joseph Wilhelm Ernst verlegt am 31.Okt. 1723 seinen Herrschaftssitz nach Donaueschingen. Er baut ein neues Schloss und umgibt es mit einem ganzen Kranz herrschaftlicher Funktions- und Repräsentativbauten. Die Residenz der Fürstenberger erhält ein barockes Gepräge und wird als Sitz des Fürstenbergischen Staatswesens auch zur wirtschaftlichen und kulturellen Metropole.
1804 Karl Egon II. Fürst zu Fürstenberg
Fürst Karl Egon II. aus der böhmischen Linie erbt 1804 nach dem Aussterben der reichsfürstlichen Linie auch die schwäbischen Lande des Hauses Fürstenberg und regiert noch zwei Jahre als deutscher Reichsfürst unter der Vormundschaft seiner geistvollen Mutter, einer geborenen Prinzessin von Thurn und Taxis.
1806 wird das traditionell mit Österreich verbundene Fürstentum im Gefolge der napoleonischen Kriege und der Auflösung des Deutschen Reiches mediatisiert. Seine Territorien gehen in den neuen Mittelstaaten Baden, Württemberg und Hohenzollern auf.
1873 Fürstlich Fürstenbergische Sammlungen
Fürst Karl Egon III. steht seinem Vater Karl Egon II. an Kunstverständnis nicht nach. Er errichtet die berühmten Fürstlichen Sammlungen im Karlsbau unweit des Schlosses, baut die Hofbibliothek aus und macht das Fürstenbergarchiv der Wissenschaftlichen Forschung zugänglich. Die Umwandlung der Standesherrschaft in ein privatkapitalistisches Großunternehmen vollzieht sich.
1892-1896 Das Donaueschinger Schloss
Fürst Karl Egon IV. verleiht dem Schloss in Donaueschingen durch einen grundlegenden Umbau seine heutige Gestalt. Damals wurde nicht nur die schlichte langgestreckte Fassade durch den vorspringenden Mitteltrakt und eine mächtige Kuppel aufgelockert. Auch das Innere wurde völlig neu gestaltet. Die Donaueschinger Residenz vereint seither den repräsentativen Anspruch und das Platzangebot eines Schlosses mit dem Wohnkomfort einer Villa und dies alles unter dem Vorzeichen eines französisch geprägten Stilempfindens. In der weithin durch barocke Bauten geprägten deutschen Schlösserlandschaft steht Schloß Donaueschingen dadurch einzigartig da. Maßgeblich war hier vor allem Fürstin Dorothea, die Gemahlin Karl Egons IV. Sie stammte aus einer der großen Familien Frankreichs, dem Hause Talleyrand-Périgord.
1921 Fürst Max Egon II.
1896 gehen die schwäbischen Besitzungen an Fürst Max Egon II. aus der böhmischen Linie des Hauses über. Dieser ist ein besonderer Förderer der Musik und begründet die „Kammermusikaufführungen zur Förderung der zeitgenössischen Tonkunst", die jungen Komponisten ein Podium bieten. Heutige Klassiker wie Hindemith, Schönberg oder Webern erleben hier ihren internationalen Durchbruch. Heute noch sind die „Donaueschinger Musiktage“ das Forum für moderne Musik.
1941 Prinz Max Egon
Prinz Max Egon übernimmt 1941 das schwäbische Hausgut. Er ist ein Mann mit weitgespannten kulturellen Interessen und Ambitionen, Ehrendoktor der Universität Freiburg, Kunstsammler und Förderer der Modernen Musik auf den Donaueschinger Musiktagen. Im Jahr seines Todes porträtiert ihn der Maler Graham Sutherland, der als einer der bedeutendsten Portraitmaler des 20. Jahrhunderts gilt. Igor Strawinsky schreibt zu seinem Andenken das Musikstück „Epitaph für das Grabmal des Prinzen Max Egon zu Fürstenberg“.
1973 Donaueschingen
Fürst Joachim Egon übernimmt die Führung des Hauses Fürstenberg. Gleichzeitig gehen die landgräflichen Besitzungen von Weitra durch Adoption auf seinen jüngsten Sohn Prinz Johannes über.
1959 Donaueschinger Reitturnier
Unter dem Patronat des Fürsten Joachim zu Fürstenberg (1923-2002) erlangt das Donaueschinger Reitturnier internationale Bedeutung.
2002 Die Fürstliche Familie heute
Nach dem Tod von Fürst Joachim Egon geht die Führung des Hauses Fürstenberg an seinen Sohn Fürst Heinrich von Fürstenberg über. Fürst Heinrich und seine Gemahlin Fürstin Maximiliane, geb. Prinzessin zu Windisch-Graetz, haben zwei Söhne, Erbprinz Christian und Prinz Antonius.
2004 Erbprinz Christian
Die Geschäfte werden seit 2004 zusammen mit S.D. Fürst zu Fürstenberg geleitet.
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